Von Pflach über das Säulinghaus auf den Säuling

7 Oct 2018

Es war wieder Zeit für ein kleines Abenteuer in die Höhe zu steigen, so zog es uns am Samstag den 04.08.2018 früh morgens an die deutsch-österreichische Grenze. Unser Tagesziel war der 2047m hoch gelegene Gipfel des Säulings. Reist man, wie wir, von Norden an, erkennt man schon von weitem die markante pyramidenähnliche Form des Säulings, dessen Namen nicht von einem Schwein, sondern von den hellen säulenartigen Strukturen auf der Südseite des Berges kommt.

Der Ausgangspunkt unserer Bergtour war der Wanderparkplatz im österreichischen Pflach. Folgt man der Beschilderung, führt uns ein kurzer geteerter Fahrweg in ein leicht ansteigendes Waldgebiet. Über den schmalen Wanderweg gewinnen wir Stück für Stück an Höhe. Immer wieder lässt sich ein kleines Stück der tollen Aussicht durch die Baumspitzen erhaschen. Nach ca. einer Stunde Gehzeit gelangten wir bereits an die steil in die Höhe ragenden Südwände des Säulings. Nun nimmt auch die Steigung zu und die Waldstruktur wird weniger. Nach rund zwei Stunden erreichten wir das auf 1720m liegende Säulinghaus. Da wir erst beim Abstieg einkehren wollten, besuchten wir beim Aufstieg nur kurz die Terrasse des Schutzhauses um eine kleine Verschnaufpause einzulegen. Der Ausblick in die in der Ferne liegenden Bergspitzen und Täler ist von hier definitiv nicht nur ein kurzer Augenblick wert.

Nachdem wir uns kurz mit einem kleinen Happen gestärkt hatten, ging es nun durch den ausgeschilderten Steig durch die Südwand des Säulings weiter in die Höhe. Über schrofes Gestein folgen wir dem schmalen Weg in Richtung Gipfel. Teilweise sind Passagen mit Ketten gesichert und erfordern leichte Kletterei. Eine Gefahr ist hier das brüchige Gestein. Man sollte sich sehr achtsam fortbewegen um keine Steine loszutreten. Auch wenn es sich hier nicht unbedingt um anspruchsvolles Terrain handelt, sollte man sich mit einem Helm vor Steinschlag schützen. Wie man oft erkennen kann, schützen sich leider nur wenige Bergwanderer vor solchen oftmals unterschätzten Gefahren. Die Schlüsselstellen befinden sich zu Beginn und in derMitte des Steigs. Nachdem wir diese passiert hatten, entspannte sich das Gelände wieder etwas. Nach fast einer weiteren Stunde erreichten wir nun die Gamswiese. Ein Sattel unterhalb des Säulinggipfels mit Blick auf das Schloss Neuschwanstein und dem Forggensee. Im Anschluss konnten wir über die Nordflanke rasch an Höhenmetern gewinnen und zum Kreuzungspunkt gelangen, wo wir links zum Hauptgipfel und rechts zum Nebengipfel aufsteigen konnten. Witzigerweise wissen viele Säulingbesteiger nicht, dass der Hauptgipfel nur durch ein kleines Gipfelkreuz gekennzeichnet ist. Viele Bergsteiger steigen daher nur zum rechts liegenden Nebengipfel mit großem Gipfelkreuz auf. Das gebotene Panorama ist jedoch von beiden Punkten traumhaft. Nach einem ordentlichen Bergvesper und dem obligatorischen Gruß in das am Nebengipfel befindliche Gipfelbuch machten wir uns im Anschluss wieder langsam auf den Weg zum Abstieg. Wir stiegen über den gleichen Weg ab und legten nun eine zweite längere Pause im Säulinghaus ein. Hier gönnten wir uns dann natürlich auch noch ein leckeres Stück Kuchen mit einem erfrischendem alkoholfreien Weißbier. So lässt es sich leben und die Strapazen bei sommerlichen Temperaturen schnell wieder wie jedes Mal lohnenswert erscheinen. Nach fast sieben Stunden erreichten wir zwar ziemlich erledigt, jedoch voller Begeisterung unseren Ausgangspunkt in Pflach. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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