Von Lermoos auf den Daniel

7 Sep 2019

Am Dienstag den 03.09.2019 entschloss ich mich spontan für eine Gipfelbesteigung auf den 2340m hohen Daniel. Ich war nicht nur wegen meines gleichnamigen Berges gespannt auf die Tour, nein, durch mein spontanes Vorhaben war ich dieses Mal auch zum ersten Mal alleine am Berg unterwegs. Um kurz nach fünf Uhr am Morgen, klingelte mein Wecker, um gegen halb sechs auf der Straße in Richtung Österreich zu sein. Durch kurze Recherchen am Vortag viel die Entscheidung auf den in der Zugspitz Arena befindlichen Berg. Nach einer angenehmen Fahrt mit recht leeren Straßen kam ich gegen acht Uhr im kleinen Tiroler Ort Lermoos an. Als Startpunkt hatte ich mich für den Lermooser Bahnhof entschieden. Hier hat man die Möglichkeit sein Fahrzeug kostenlos abzustellen. Die Temperaturen lagen zum Tourenbeginn bei knapp unter zehn Grad Celsius und es lag ein großer Nebelschleier über dem Bergdorf. Am Morgen war daher auch noch weit und breit kein Gipfel zu erblicken. Lermoos liegt auf ca. 1004m, somit galt es bis zur Bergspitze rund 1300 Höhenmeter zu bewältigen. Ich lief vom Bahnhof los und hielt mich links um die kleine Bahnunterführung zu nutzen und somit auf die andere Gleisseite zu gelangen.

Nach der Unterführung war der Daniel mit der darunter liegenden Tuftlalm mit den gelben Wegweißern bereits beschildert.

Der Weg führte mich zu Beginn am Lermooser Panoramabad vorbei, hier hätte man ebenfalls die Gelegenheit zu parken und würde sich ein paar wenige Meter Weg einsparen. Anschließend führte der schmale Wanderweg durch einen recht dichten und durch den Nebel verdunkelten Wald. Für den Aufstieg zur Tuftlalm wechselte ich zwischen dem schmalen steilen Wanderweg und dem ebenfalls öfters kreuzenden Versorgungsweg für die Bergalm. Nachdem ich einige Höhenmeter bereits hinter mich gebracht hatte, fand ich kurz vor der Tuftlalm den Wegweißer zur dortigen Aussichtsplattform auf 1486m vor. Von hier aus hat man bei klarer Sicht einen gigantischen Blick auf Teile von Lermoos, Biberwier, die Zugspitze und Ehrwald. Mit Blick auf das Wettersteingebirge, die Mieminger Kette, die Lechtaler und Ammergauer Alpen, hinterlässt das Panorama eine tolle Erinnerung. Leider wurde mir der Ausblick beim Aufstieg durch das Nebelfeld vorerst noch verwehrt. Nachdem ich das Waldstück bis zur Tuftlalm überwunden hatte, wurde es langsam kahler und grobsteiniger.

Mit jedem Meter an gewonnener Höhe, wurde auch der Nebel weniger und die Sonne mit blauem Himmel kam immer mehr zum Vorschein. So konnte ich dann auch bei 1700-1800 Höhenmeter zum ersten Mal mein Tagesziel von unten erblicken. Auch die Vegetation wurde langsam weniger und der Weg wurde gröber und felsiger. Kurz vor dem, unterhalb des Gipfel beginnenden Geröllfeldes, traf ich auf einen Bergsteigerkollegen, der ebenfalls alleine unterwegs auf Daniel's Spitze war. Nach kurzem Smaltalk entstand schnell Sympathie, die uns gemeinsam in Richtung Gipfel aufsteigen ließ. Ab dem bereits genannten Geröllfeld wurde die Landschaft markanter und interessanter. Hier nutzte ich einige Stops um mit meiner Drohne einige Aufnahmen zu machen. Nachdem wir das Geröllfeld hinter uns gebracht hatten, kamen wir unterhalb der Upsspitze auf den Grad der uns letztlich zum Ziel führen sollte. Von hier aus waren es nur noch wenige Höhenmeter und in jede Himmelsrichtung zeigte sich ein anderes geniales Bergpanorama. Nur die Zugspitze wurde von aufsteigenden Wolkenfelder verdeckt. Nach drei Stunden erreichte ich dann schließlich das schöne Gipfelkreuz des Daniel's, das zwischenzeitlich in einem dichten Wolkenfeld lag. Am Gipfelkreuz stärkte ich mich mit einem leckeren Bergvesper, tauschte mich mit anderen Mitstreitern aus und nutzte die nur selten aufziehenden wolkenfreien Augenblicke um den Blick in die Ferne zu genießen. Ich verewigte mich im Gipfelbuch und ließ kurz vor dem Abstieg nochmals kurz von der Bergspitze die Drohne in die Luft um die letzten Aufnahmen mit Gipfelkreuz machen zu können. Auch die Wolken spielten zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise ein klein wenig mit. Anschließend schnallte ich meinen Rucksack auf den Rücken, verabschiedete mich von Marc und nahm den gleichen Weg wieder zurück in das Tal. Nachdem ich bereits einige Meter abgestiegen war, legten sich auch die Wolkenfelder immer mehr. So konnte ich beim Abstieg einen genialen Blick aus den verschiedensten Perspektiven auf den höchsten Berg Deutschlands werfen. Um meinen Zeitplan einzuhalten, hielte ich mich beim hinuntergehen nicht mehr lange auf. Auf Höhe der Tuftelalm legte ich nochmals einen kurzen Halt ein um die Zugspitze bei strahlendem blauen Himmel zu fotografieren. Die Tour auf den Daniel konnte ich anschließend nach rund fünf Stunden freudig beenden. Die Bergtour kann ich allen wärmstens empfehlen, die auf der Suche nach einer Tour sind, die etwas Kondition, jedoch keine hohen technischen Ansprüche erfordert. Entscheidest du dich für diese Gipfelbesteigung wirst du zum Großteil von einem traumhaften Bergpanorama begleitet und kannst beim Abstieg noch gemütlich in der schön gelegenen Tuftlalm einkehren. Ich wünsche viel Spaß dabei... 

 

   

   

   

  

  

   

   

   

    

 

 

 

 

 

 

 

 

  

  

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